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Was tun gegen Hirschlausfliegen

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Mittlerweile ist es leider völlig normal dass Pferde und Hunde vor allen Dingen in der Sommerzeit speziell unter Zecken, Grasmilben, Bremsen und anderen Plagegeisten leidern.  In den letzten Jahren hat sich leider noch ein  ganz anderer Schmarotzer breitgemacht und dieser ist noch relativ unbekannt: die Hirschlausfliege (Lipotena cervi). In unserem heutigen Tipp erklären wir euch was Hirschlausfliegen sind, welche Gefahren Sie bergen und was Ihr gegen diese Tierchen tun könnt.

 

Hirschlausfliegen? noch nie gehört!

Oft auch als Hirschlaus bezeichnet, kann die Hirschlausfliege nicht nur dem Menschen, sondern auch Tieren zur Last fallen. Die kleinen Schädlinge gehören zur Familie der Lausfliegen und kommen in der letzten Zeit immer häufiger vor. Im Gegensatz zu Zecken, die ab dem Frühjahr aktiv sind, zeigt sich die Hirschlaus ab dem Herbst. Der Schädling hat eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Stubenfliege, unterscheidet sich von dieser aber durch die rotbraune Färbung. Hirschlausfliegen werden durchschnittlich zwischen 5 bis 7 mm groß und haben einen relativ flachen Körper. Entgegen ihrem Namen landet die Lausfliege nicht nur auf Hirschen und Rehen, sondern auch auf Hunden, Katzen und Menschen. Ist sie auf ihrem Wirtstier gelandet, wirft sie die Flügel ab und sucht sich blitzschnell eine Stelle, an der sie sich festsaugen kann. Die Innenseite der Schenkel und die hintere Partie von Hunden und Katzen sind dabei bevorzugte Stellen.

 

Was passiert wenn die Hirschlausfliege zubeißt?

Zuerst einmal sollte gesagt werden dass der Biss einer Hirschlausfliege extrem Schmerzhaft sein kann. Selbst bei Pferden kann es dazu führen dass diese auch einmal „durchgehen“ oder zumindest das „bocken“ anfangen.

Auch Hunde und Katzen reagieren weitaus extremer als wenn sich eine Zecke festgesetzt hat. Häufig schießt das Tier wie von der „Tarantel gestochen“ hoch und fängt sich an einer Stelle an selbst zu beißen oder zu kratzen.

Wenn man dieses Verhalten beobachtet, sollte man sofort an der betroffenen Stelle das Fell prüfen, denn die kleinen Biester bewegen sich extrem schnell und sind somit auch schnell wieder verschwunden.

 

Da der Schädling durch seinen Biss nicht nur Hauterkrankungen, sondern auch Herzentzündungen auslösen kann, sollte schnell gehandelt werden:

 

  • Mit einem Spot-on gegen Stechinsekten (das gibt es auch speziell für Pferde) lassen sich die kleinen Blutsauger fernhalten. Für Hunde und Katzen eignet sich ein Spot-on gegen Flöhe und Zecken, denn auch dieses hält den Blut saugenden Schmarotzer ab. Neben dem Spot-on kann auch ein Spray mit den gleichen Wirkstoffen verwendet werden.
  • Nach dem Spaziergang sollte der Hund gründlich gekämmt werden. Damit sich auch die kleine Hirschlausfliege aus dem Fell entfernen lässt, eignet sich ein Nissenkamm am besten. Bei Hunden mit langem Fell sollte das Kämmen besonders sorgfältig durchgeführt werden.
  • Wenn alles nichts hilft, kann der Hund auch mit reichlich Wasser gewaschen werden. Oft lassen sich die kleinen Plagegeister so aus dem Fell heraus spülen und auswaschen.
  • Hat die Fliege schon zugebissen, sollte die betroffene Hautstelle gründlich mit Seife und Wasser gereinigt werden. Anschließend wird ein Desinfektionsmittel aufgetragen. Juckt die Stelle oder zeigt sich eine Schwellung, hilft ein kühlende Auflage.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Hirschlausfliegen

Natürlich ist Vorbeugen am besten. Es gibt verschiedene ätherische Öle, deren Duft die lästigen Hirschlausfliegen abhält. Dazu gehören unter anderem:

  • Teebaumöl
  • Lavendelöl
  • Rosmarinöl
  • Citronella
  • Zimtöl

Auch Öl aus Katzenminze kann im Kampf gegen die Hirschlaus helfen. Werden ein paar Tropfen des Öls mit einer Körperlotion vermischt, hat man ein einfaches Mittel zum Auftragen auf die Haut. Mit Wasser gemischt, kann es als Spray zur Abwehr verwendet werden. Hilfreich ist auch ein Halsband oder Halstuch für den Hund, welches mit ein paar Tropfen des Öls imprägniert wird.

Nach dem Stich gibt es verschiedene Cremes und Salben, die ebenfalls helfen. Ringelblumensalbe wirkt beruhigend für die Haut und kann auch bei Hunden und Katzen verwendet werden. Einen kühlenden Effekt haben Gels mit Aloe Vera. Zeigen sich beim Hund an den Innenschenkeln oder im Bauchbereich großflächige Hautreizungen, kann auch eine Auflage mit Heilerde helfen.

Im Gegensatz zu Zecken sind die kleinen Hirschlausfliegen um einiges schneller, sodass man sie nicht immer greifen kann. Hat man aber ein Exemplar erwischt, sollte man es sofort zwischen einem Taschentuch oder etwas Anderem zusammendrücken und entsorgen. Beim Menschen beißen sich Hirschlausfliegen bevorzugt auf dem Kopf oder im leicht behaarten Nackenbereich fest. Es kann zu Schwellungen, Hautreizungen, Pusteln oder sogar Herzbeschwerden. Im Ernstfall oder bei länger anhaltenden Beschwerden sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

 

Verbreitung der Hirschlausfliege

Die Hirschlausfliege ist mittlerweile extrem verbreitet. Grundsätzlich findet man sie nördlich des Äquators und hier vor allen Dingen in Waldgebieten.

In den Zeiten von August bis Oktober schlüpfen die Fliegen und begeben sich dann auf die Suche nach einem neuen Wirt. Ist ein neuer Wirt gefunden, nisten Sie sich ein und können dort über Monate bleiben.

 

 

 

Grafiken:

Von Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, Link

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