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Finanzielle Spar-Tipps bei Umzügen

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Umzüge sind immer ein Kraftakt – nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell. Umso wichtiger ist es zu wissen, dass es möglich ist, sich beim Finanzamt Umzugskosten  zurückzuholen. Nachstehend wird erläutert, welche steuerlichen Vorteile Sie gegebenenfalls geltend machen können.

Umzug – privat oder beruflich motiviert?

Bei der steuerlichen Betrachtung wird zunächst unterschieden, ob Ihr Umzug privat oder beruflich bedingt ist. Privat veranlasste Umzüge können grundsätzlich nicht als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Sie sind aber berechtigt, die Kosten für ein Umzugsunternehmen wie beispielsweise eine Umzugsspedition gemäß §35a Absatz 2 Einkommensteuergesetz als haushaltnahe Dienstleistungen abzusetzen. 20 Prozent der Kosten, jedoch nur bis zu einer Höchstgrenze von 4.000 Euro, können Sie steuermindernd in Ihrer Steuererklärung angeben. Voraussetzung für die Erstattung der Kosten durch das Finanzamt ist eine ordentliche Rechnung des Umzugsunternehmens und die nachweisbare Zahlung Ihrerseits auf das Konto des Leistungserbringers (Kontoauszug).

Eine Voraussetzung des Finanzamtes ist jedoch, dass es sich um ein Transportunternehmen handeln muss. Sie können jedoch hinsichtlich der Größe des Unternehmens frei wählen. Ob Sie einen Ein-Mann-Betrieb oder eine große Spedition beauftragen möchten, spielt dabei keine Rolle. Aber Achtung: Aufwendungen für Helfer aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis werden nicht akzeptiert.

Um in den Genuss der steuerlichen Absetzbarkeit zu kommen, sollte der Wohnortwechsel aus einem der beiden nachfolgenden Gründe erfolgt sein, damit Ihr Umzug als berufsbedingt anerkannt wird:

–          Wechsel des Arbeitsplatzes aus betrieblichen Gründen,

–          Verkürzung der Fahrzeit um eine Stunde oder mehr

Ein beruflich bedingter Umzug erlaubt Ihnen, höhere Kosten für den Umzug als Werbungskosten in der Steuererklärung anzugeben. Zu diesen Aufwendungen gehören unter anderem:

  • Maklergebühren (nur bei Mietimmobilien),
  • Doppelte Mietkosten bis zu drei Monate,
  • Umzugstransport durch ein Umzugsunternehmen,
  • Reparaturen von Transportschäden,
  • Fahrtkosten für Wohnungsbesichtigung in Höhe von 30 Cent pro Kilometer

Diese Aufwendungen können Sie in vollem Umfang als Werbungskosten absetzen. Sie unterliegen auch nicht wie haushaltsnahe Dienstleistungen einer Höchstgrenze von 4.000 Euro. Für alle anderen Arbeiten wie beispielsweise die Renovierung der alten Wohnung, der Einbau der Küche, das Anbringen von Lampen und Vorhängen wie auch die Trinkgelder für die Umzugshelfer kann eine Umzugspauschale angesetzt werden. Die Pauschale für ledige beträgt seit August 2013 695 Euro, die Pauschale für Verheiratete 1.390 Euro. Für jede weitere Person, die nach dem Umzug mit in Ihrer Wohnung lebt, beispielsweise Kinder und Großeltern, können Sie pro Person weitere 306 Euro als Pauschale angeben.

 

UmzugKosten für Nachhilfeunterricht für Ihre Kinder können ebenfalls geltend gemacht werden, wenn Sie mit einem berufsbedingten Umzug in Zusammenhang stehen. Vor allem beim Umzug in ein anderes Bundesland oder ins Ausland kann es vorkommen, dass Ihr Nachwuchs Lernstoff nachholen muss. Ihr Finanzamt akzeptiert unter Vorlage einer Rechnung Kosten für den Nachhilfeunterricht bis zu einer Höhe von 1.732 Euro. Wenn Sie krankheitsbedingt, aufgrund eines Unfalls oder einer Behinderung, umziehen müssen, erkennt die Finanzverwaltung die Kosten als außergewöhnliche Belastung an. Diese Ausgaben werden allerdings nur akzeptiert, wenn sie Ihren zumutbaren Eigenanteil übersteigen und ein ärztliches Attest vorgelegt werden kann.

Auch Ihr Arbeitgeber kann Sie bei den Kosten unterstützen. Vor allem bei beruflich bedingten Umzügen lohnt es sich, im eigenen Unternehmen nachzufragen, ob es eine Umzugsbeihilfe gibt. Fragen kostet schließlich nichts. Wenn Ihr Arbeitgeber Sie bei den Umzugskosten finanziell unterstützt, müssen Sie diese Aufwendungen als steuerfreie Einnahmen in Ihrer Steuererklärung angeben.

Eine Besonderheit gibt es, wenn Sie Beamter, Richter oder Soldat sind. Im Gesetz über die Umzugskostenvergütung aus dem Bundesumzugskostengesetz können Sie in oben genannter Berufsgruppe eine Umzugskostenerstattung bei ihrem Arbeitgeber beantragen. Nach Ihrem Umzug bekommen Sie den finanziellen Aufwand für Ihren Umzug wieder erstattet.

 

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