Der Einbau eines neuen Fensters muss nicht zwingend vom Fachmann übernommen werden. Wer selbst etwas handwerkliches Geschick im Umgang mit Werkzeugen besitzt, kann den Einbau alternativ auch selbst vornehmen und so leicht bares Geld sparen.

Vor dem Einbau steht allerdings der wichtigste Punkt der ganzen Angelegenheit an: der Fensterkauf. Grundsätzlich werden Fenster in drei Kategorien eingeteilt: Holz-, Kunststoff- und Aluminiumfenster. Welches das richtige Fenster ist, muss dabei immer im Einzelfall entschieden werden. Bei der folgenden Anleitung habe ich mich auch etwas von den tollen Videos auf www.fensterhai.de inspirieren lassen, wo die verschiedenen Arbeitsschritte noch einmal erklärt werden.

Holzfenster

Holz zählt zu den ältesten Baumaterialien des Menschen. Kein Wunder also, das Holzfenster seit jeher hergestellt und auch bis in die heutige Zeit genutzt werden. Sie strahlen nicht nur ein wohnliches, gemütliches Ambiente aus, sondern besitzen darüber hinaus auch hervorragende Wärmedämmeigenschaften. Als nachteilig muss allerdings erwähnt werden, dass Holzfenster insbesondere empfindlich gegenüber Nässe, Frost und UV-Strahlung sind. Daher sollten sie spätestens nach fünf Jahren mit einem neuen Anstrich versehen werden, wodurch sich ein zusätzlicher Pflegeaufwand ergibt. Die Herstellung erfolgt aus dem Holz verschiedener Nadel- und Laubbäume, wie etwas Mahagoni, Fichte, Buche oder Eiche.

Kunststofffenster

Einen deutlich geringeren Pflegeaufwand weisen Kunststofffenster auf. Sie bieten darüber hinaus zahlreiche weitere Vorteile, wie beispielsweise Schallschutz- und Wärmedämmung und natürlich die deutlich günstigeren Anschaffungskosten insbesondere im Vergleich zu Holzfenstern. Zur Herstellung werden Ein- oder Mehrkammer-Hohlprofile mit einem geschäumten Kernmaterial verstärkt. Dadurch bieten sie eine extrem hohe Stabilität. Kunststofffenster sind in nahezu allen Größen und Formen erhältlich, da der Kunststoff bei der Herstellung leicht in die gewünschte Form gebracht werden kann.

Aluminiumfenster

Ebenso pflegeleicht und sogar noch etwas leichter und stabiler als Fenster aus Kunststoff sind Aluminiumfenster. Schwächen in der Wärmedämmung, die das Material früher aufwies, konnten mittlerweile durch isolierende Kunststoffstege beseitigt werden. Daher sind Aluminiumfenster eine echte Alternative, über die unbedingt nachgedacht werden sollte.

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist immer aber auch die Optik. Da Fenster für gewöhnlich nicht nach kurzer Zeit wieder ersetzt werden, sollte die Wahl daher auf ein Modell fallen, welches auch in vielen Jahren noch den Geschmack des Besitzers trifft.

Mit wenig Aufwand Fenster selbst austauschen

Wie geht man nun aber vor, wenn das richtige Fenster gefunden und gekauft wurde? Zunächst sollte sichergestellt werden, dass die benötigten Werkzeuge und Materialien vorhanden sind. Hierzu gehören:

  • Zollstock
  • Wasserwaage
  • Hammer
  • Schraubendreher
  • Fenstereisen
  • Schlagbohrmaschine
  • Bohrer für Stein, Metall und Holz
  • Rahmendübel, Unterlegklötze und Keile
  • Kartuschen Pistole
  • Silikondichtmasse
  • Montageschaum

Insbesondere bei Altbauten entstehen durch den Ausbau alter Fenster oft Schäden am Mauerwerk. Ist dies der Fall, müssen diese noch vor dem Einbau eines neuen Fensters unter Zuhilfenahme eines Schnellzements ausgebessert werden. Zu empfehlen sind außerdem ein bis zwei Helfer, da große Fensterformate ansonsten nur bedingt selbst eingebaut werden können.

Folgende Schritte müssen nun beim Fenstereinbau durchgeführt werden:

  1. Den neuen Fensterrahmen auf Klötzen in die vorhandene Öffnung stellen.
  2. Seitliche Abstände zum Mauerwerk kontrollieren. Diese sollten im Idealfall gleich groß sein. Ist dies der Fall, erfolgt die Fixierung des Rahmens mit Keilen.
  3. Mit einem entsprechenden Bohrer im Abstand von ca. 40 Zentimetern Löcher in den Rahmen bohren. Diese Löcher werden anschließend mit einem Steinbohrer in das Mauerwerk hinein verlängert.
  4. Rahmendübel mit einem Hammer einschlagen. Dadurch sitzt der Fensterrahmen nun fest im Mauerwerk.
  5. Spreizhölzer einsetzen, damit sich der Fensterrahmen nicht verbiegen kann. Anschließend werden die Zwischenräume von Rahmen zu Mauerwerk vorsichtig mit Montageschaum verfüllt. Überstehender Schaum kann nach der Trocknung mit einem Cutter Messer oder einer Kelle entfernt werden. Auch überstehende Keile müssen nun abgeschnitten werden.
  6. Zum Schluss werden nun noch die Fugen mittels eines geeigneten Dichtmittels (bzw. Silikondichtmasse) versiegelt.

Bildnachweis: https://pixabay.com/de/fenster-prag-zwillinge-941625/

 

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